Vom ungenutzten Hinterhof zum grünen Lebensraum
Zwischen Mülltonnen, Garagen und grauen Fassaden liegt oft ein ungenutztes Potenzial: Hinterhöfe gehören zum Alltag vieler Menschen – und werden doch selten bewusst wahrgenommen. Dabei könnten sie in Zeiten zunehmender Hitzebelastung eine wichtige Rolle spielen: als grüne Rückzugsorte, Treffpunkte für die Nachbarschaft und Orte, an denen sich das Stadtklima spürbar verbessern lässt.
Mit dem Projekt „Gesunde und resiliente Innenhöfe für Lebensqualität in Lehe“ – kurz GRILLE –wollen die afz GmbH und das artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen gemeinsam zeigen, wie sich dieses Potenzial nutzen lässt. Im Goethequartier in Bremerhaven entwickeln sie zusammen mit den Menschen vor Ort Ideen und konkrete Maßnahmen für gesunde und klimaresiliente Innenhöfe.
Gemeinsam Lösungen entwickeln
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Menschen, die im Quartier leben und arbeiten. Bewohner:innen, Eigentümer:innen, Verwaltung sowie weitere lokale Akteure bringen ihre Erfahrungen und Ideen ein. Gemeinsam wird untersucht, welche Möglichkeiten es gibt, Hinterhöfe besser zu nutzen und welche Hindernisse dabei überwunden werden müssen.
Dazu werden unter anderem bauliche, rechtliche, organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen betrachtet. Gleichzeitig fließen wissenschaftliche Erkenntnisse und Beispiele erfolgreicher Projekte aus anderen Städten in den Prozess ein.
Von der Idee zur Umsetzung
Auf dieser Grundlage entstehen konkrete Maßnahmen, mit denen Hinterhöfe grüner, kühler und lebenswerter werden können. Gemeinsam werden Zielbilder entwickelt und daraus praktische Vorschläge abgeleitet – etwa für mehr Begrünung, bessere Aufenthaltsqualität oder neue Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Nutzung. Entscheidend ist, dass die Lösungen zum Quartier passen und gemeinsam mit den Beteiligten entwickelt werden.
Praxis und Wissenschaft im Dialog
GRILLE verbindet praktische Quartiersarbeit mit wissenschaftlicher Forschung. Während die afz GmbH ihre langjährige Erfahrung in der Stadtteil- und Netzwerkarbeit einbringt, begleitet das artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen den Prozess wissenschaftlich, wertet die Ergebnisse aus und ordnet sie fachlich ein. So entstehen Erkenntnisse, die sowohl vor Ort als auch für andere Städte und Quartiere nutzbar sind.
Erfahrungen weitergeben
Die Ergebnisse werden dokumentiert und mit der ICUH-Community (InnovationsCommunity Urban Health) geteilt – einem Netzwerk, in dem Wissenschaft, Kommunen und Praxis gemeinsam an Lösungen für Gesundheit und Lebensqualität in Städten arbeiten. Handlungsempfehlungen, Veröffentlichungen und der Austausch auf Fachveranstaltungen sollen dazu beitragen, dass die Erfahrungen aus dem Goethequartier auch in anderen Quartieren mit ähnlichen Herausforderungen genutzt werden können.